Wohnen in der Stadt
Ein Luxus?

Die Mieten in deutschen Städten steigen seit Jahren rasant, und für viele wird es immer schwieriger, sich ein Zuhause in urbanen Ballungszentren zu leisten. Ob München, Berlin oder Hamburg – die durchschnittlichen Quadratmeterpreise für Mietwohnungen haben teils astronomische Höhen erreicht.

In Großstädten ist die Miete oft der größte Kostenfaktor, und gerade für junge Menschen oder Familien mit geringeren Einkommen stellt sich die Frage: Wie viel Geld muss man verdienen, um in einer dieser Städte noch wohnen zu können?

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Stadt oder Land – eine Frage des Preises?

Ein Blick auf die Mietpreise zeigt: In urbanen Zentren sind die Kosten pro Quadratmeter oft doppelt so hoch wie in ländlichen Regionen. Während in Großstädten das Wohnen zur finanziellen Belastung wird, bleibt es auf dem Land für viele noch erschwinglich.

Gleichzeitig wächst die Schere zwischen Löhnen und Mieten: In vielen Städten steigen die Mietpreise deutlich schneller als die Einkommen.

Mieten vs. Löhne

MietpreisindexReallohnindex (bis 2019)

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Anteil des Einkommens der für die Miete draufgeht:

%

Im Jahr 2022 gaben Haushalte in Deutschland durchschnittlich 27,8 % ihres Nettoeinkommens für die Bruttokaltmiete aus. Wer nach 2019 eine Wohnung neu angemietet hat, musste mit 29,5 % deutlich mehr einplanen – in Großstädten lag die Quote sogar bei 30,8 %.

Besonders stark betroffen sind Haushalte mit geringem Einkommen: Sie wenden oft über 40 % ihres Budgets allein für die Miete auf. Insgesamt traf das im Jahr 2022 auf rund 3,1 Millionen Haushalte zu – darunter 1,5 Millionen, bei denen die Mietkosten sogar die Hälfte des Einkommens überschritten.

Begriffe erklärt

Bruttokaltmiete: Die Miete inklusive kalter Nebenkosten wie Müllabfuhr, Hausmeister oder Allgemeinstrom – jedoch ohne Heiz- und Wasserkosten.

Mietbelastung: Der Anteil der Bruttokaltmiete am monatlichen Haushaltsnettoeinkommen – also wie viel Prozent des Einkommens für Miete aufgewendet werden müssen.

Nehmen wir ein Einkommen von 2.000 € netto im Monat. Bei einer Mietbelastung von 30 % bleiben 1.400 € zum Leben. Klingt okay? Davon gehen aber noch Strom, Heizung, Lebensmittel, ÖPNV, Versicherungen und vieles mehr ab. In der Realität wird’s oft knapp – oder es muss an anderen Stellen gespart werden.

Manche weichen ins Umland aus – dort sind die Mieten (noch) günstiger. Aber das hat seinen Preis: längere Pendelzeiten, höhere Mobilitätskosten, weniger Infrastruktur. Und wenn alle das machen, steigen auch dort die Preise. Ein Kreislauf beginnt.

Mehr sozialer Wohnungsbau, Mietpreisbremsen, Förderung für Neubauprojekte – viele Maßnahmen werden diskutiert. Doch Entspannung ist bisher nicht in Sicht. Was bleibt, ist die Frage: